Dialog #04: Mobilität in Heidelberg

Die Online-Beteiligung zum Thema „Mobilität in Heidelberg“ wurde beendet. Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Mobilität in Heidelberg: attraktiv – nachhaltig – preiswert.

So soll die Mobilitätspolitik in Zukunft ausgerichtet sein:

Mein Ziel ist eine Verkehrspolitik, die einen Zugewinn an Lebensqualität in Heidelberg bedeutet und den Klimaschutz beschleunigt. Dafür strebe ich eine stärkere Gleichberechtigung der verschiedenen Verkehrsarten im öffentlichen Raum an. In Heidelberg sollten wir den sicheren und komfortablen Radverkehr ausbauen, mehr verkehrssichere Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen und auf ein gut verfügbares, preiswertes Angebot von Bus und Bahn setzen.

Deshalb ist das Thema so wichtig:

Für viele Heidelbergerinnen und Heidelberger sind Bus und Bahn, Rad und Fuß schon heute die Verkehrsmittel ihrer Wahl. Dennoch ist der Verkehr eine der zentralen offenen politischen Baustellen in Heidelberg. In der aktuellen Heidelberg-Studie nennen 63% der Befragten den Verkehr als wichtigstes Problem in Heidelberg. Auch die Zivilgesellschaft fordert Veränderungen in der Verkehrspolitik ein. Der Radentscheid hat in wenigen Monaten über 10.000 Unterschriften für eine Stärkung des Radverkehrs gesammelt. Im Verkehr liegt ein großes Potenzial für einen Zugewinn an Lebensqualität und mehr Klimaschutz. Zu häufig klafft noch eine Lücke zwischen den anvisierten Vorhaben und ihrer Umsetzung. In Heidelberg muss Verkehrspolitik künftig mit höherer Priorität und mehr Konsequenz verfolgt werden.

Hier besteht Handlungsbedarf:

  • Sicheren und komfortablen Radverkehr ausbauen:
    • Mehr öffentlichen Verkehrsraum für den Radverkehr bereitstellen: Verkehrsversuch Radspur Mittermaierstraße, Fahrradstraßen in der vorderen Plöck und Steubenstraße einrichten.
    • Schrittweise zu einem durchgängigen und sicheren Radwegenetz: Velo-Highway aus der Schweiz als Inspiration für Engstellen.
    • Sicherer Radverkehr: Räumung bei winterlicher Witterung, Kreuzungen umgestalten, dezentrale „Radparkhäuser“.
  • Gestaltung verkehrssicherer Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität:
    • Verkehrsberuhigung in den Quartieren: Reduktion des Tempos, sichere Kreuzungen, Quartiersgaragen, mehr Flexibilität bei Stellplätzen.
    • Schaffung von Freiräumen im öffentlichen Raum: Parklets als Begegnungsorte, Spielorte für Kinder, begrünte Inseln in der Stadt.
    • Planungsprozess in die Quartiere holen und im Dialog mit der Bürger*innenschaft gestalten.
  • Gut verfügbares und bezahlbares ÖPNV-Angebot ausbauen:
    • Gezielte soziale Entlastung bei ÖPNV-Preisen: Heidelberg-Pass-/Heidelberg-Pass-Plus-Inhaber*innen, Kinder und Jugendliche, Menschen über 60 Jahren.
    • Verbesserung der ÖPNV-Anbindung ins Umland für klimafreundliche Pendelverkehre: neue Straßenbahntrassen (z.B. über PHV nach Schwetzingen, Ring-Straßenbahn über Wiesloch/Walldorf) und kurzfristig Schnellbuslinien (z.B. nach Wiesloch-Walldorf, über Ladenburg nach Heddesheim).
  • Chancen digitaler Angebote und innovativer Verkehrslösungen nutzen:
    • Digitale Chancen für Verkehrssteuerung: intelligente Parkleitsysteme.
    • Soziale Innovation: Carsharing fördern.
    • Neue Lösungen ausprobieren: mehr Verkehrsversuche.

Jetzt sind Sie dran: Was sollte in der Heidelberger Mobilitätspolitik zukünftig verändert werden?

2 Kommentare.

  • Dr. Ruth Hildebrandt
    13. Juli 2022 17:13

    Liebe Frau Bauer, der Ausbau des Radwegenetzes ist von höchster Priorität. Dazu gehören z.B.:
    1. grüne Welle für Radfahrer (z.B. Römerkreis)
    2. Sicherung der Radwege im Umfeld von Kreuzungen (z.B. Gaisbergstraße an beiden Enden)
    3. Sanierung des Straßenbelags der von Radfahrern stark frequentierten Straßen (z.B. Südstadt/Rohrbach: von der Tann / Görre)
    4. Voreinstellung „grün“ für Radfahrer an etlichen Kreuzungen, Schaltung auf rot nur, wenn wirklch ein Auto kommt
    Diese „kleinen“ dezentralen Änderungen sind m.E. viel wichtiger als „Radschnellwege“ – obwohl die auch nett sind
    ÖPNV:
    1. Anschluss an benachbarte Verkehrsverbünde erleichtern – sollte vielleicht mit Karlsruhe möglich sein??
    2. Takte so einstellen, dass Bahnen regelmäßig fahren. Heißt: auf Strecken, die von 2 Linien befahren werden, in Randzeiten NICHT 2 Bahnen unmittelbar hintereinander fahren lassen.
    3. Verstärkt in mutliplen dezentralen Knotenpunkten (z.B. Römerkreis) denken

    Kann heute leider nicht dabei sein.

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    • Theresia Bauer
      18. Juli 2022 11:08

      Liebe Frau Dr. Hildebrandt,

      herzlichen Dank für Ihre Anregungen, die wir gerne mit in die weiteren Überlegungen aufnehmen.

      Frau Bauer teilt Ihre Einschätzung, dass die „kleinen“ Maßnahmen entscheidend dazu beitragen, Sicherheit und Komfort des Radfahrens in Heidelberg zu verbessern.
      Für die überregionale Attraktivität des ÖPNV ist entscheidend, dass der ÖPNV auch verbundübergreifend bequem und zuverlässig genutzt werden kann. Mit der Einführung des bwtarifs hat das Land Baden-Württemberg hier einen wichtigen Schritt vorangetrieben (https://www.bwegt.de/ihr-nahverkehr/tickets-und-tarife/der-bwtarif) – weitere Schritte müssen folgen. Heidelberg kann hier als Teil des bundesländerübergreifenden Verkehrsverbunds VRN nicht alleine entscheiden, sich aber für nutzerfreundliche Lösungen einsetzen.

      Viele Grüße,
      Team Theresia Bauer

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